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Lubera, lustvoll Gärtnern
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#27 Ich liebe invasive Neophyten - eine Provokation
ein Versuch, meine Zuschauerinnen und Zuschauer etwas zu provozieren;-))

Dieses Video basiert auf einem Newsletterbeitrag, den ich im Spätsommer 2008 verschickte - und eine ganze Menge Reaktionen zurückerhielt. Ich nehme nun den Ball der Kritiker auf, und versuche meine Haltung zu invasiven aggressiven Neophyten etwas zu differenzieren, ohne ganz auf Provokationen zu verzichten.... 

Hier nochmals der Newsletterbeitrag, der die Reaktionen auslöste:

Kürzlich führte ich ein Verkaufsgespräch mit einem Pflanzenhändler. Er teilte mir mit, dass er lieber keine Sommerflieder von mir kaufen würde, da seine Kunden (einer seiner Kunden...) diese als gefährliche, aggressive und invasive Neophyten bezeichnet hätten. Und da denkt man ja gleich an hochgefährliche Pflanzen, die möglichst giftig sind, Allergien auslösen und sich unwiderstehlich breit machen. Igitt, sowas wollen wir hier nicht...

Natürlich sind Sommerflieder, die wir ja nicht umsonst auch Schmetterlingsflieder nennen , zwar Neophyten (das heisst erst nach der Entdeckung Amerikas nach Europa gekommen - wie 12 000 andere Pflanzen auch...), aber keineswegs gefährlich, aggressiv oder invasiv. Sie sind einfach wunderschön, bereichern die Gärten und auch die Hecken und gehören zu den wenigen Sommer- und Herbstblühern, die wir zur Verfügung haben.

Dennoch kann ich einige zusätzliche und provokative Gedanken zum Gerede von den invasiven und aggressiven Neophyten nicht zurückhalten:

1. Da scheint sich nach der political correctness so etwas wie eine falsch verstandene botanical correctness breitzumachen, die meist jeglicher Grundlage entbehrt. Oder möchten Sie auf die Lupine, auf die Platane. auf die Douglastanne, und auf Nachtkerzen und Robinien verzichten? Und denken wir es noch weiter, sprengen wir den botanischen Raum: Möchten Sie etwa auf Ihr T-Shirt, auf Ihr Handy, auf Ihr Auto und vieles mehr verzichten, nur weil sie nicht von hier sind? Gerne möchte man solchen Biologisten und Puristen zurufen: Zurück in die Höhlen!

2. Unsere Gesellschaft baut, und baut jetzt in der Hochkonjunktur mehr denn je. Jede Stunde , jeden Tag geht Kulturland, aber auch Natur verloren. Hier habe ich den Eindruck, dass man in der Natur sozusagen kompensatorisch jenes ursprüngliche Paradies (von wann? vor Kolumbus? vor Christus? vor der Steinzeit?) zurückhaben möchte, das man an anderer Stelle tagtäglich anknabbert und zerstört.

3. Hier bei uns in Buchs, einer Gemeinde, die irgendwie nicht so recht weiss, ob sie nun eine kleine Stadt oder ein grosses Dorf sei, kam das Standortmarketing aus Politikern und Marketingmenschen auf die glorreiche Idee, man könne sich am besten seiner eigenen Existenz versichern, wenn man im Frühling Tulpen pflanze. Also:  Wir sind Buchs - und pflanzen Tulpen. Und so wurden 10 000 Tulpen gepflanzt, im zweiten Jahr gar 15 000. Und damit alles auch seine Ordnung habe, mussten sie alle Gelb sein. Ja, Sie lesen richtig, gelb! 15 000  g-e-l-b-e Tulpen - wuuuunderbar!  Und diese von keinem Gartenwissen, von keinem Gärtnergefühl angekränkelte Idee wurde natürlich in dieser unserer Zeit schnurrstracks mit einem Marketingpreis ausgezeichtnet....
Sie hören meine Ironie? Ja, aber ich schaffe es problemlos zurück  zum ursprünglichen Thema: Sind Tulpen keine Neophyten? Oder ist hier nicht der Mensch ein aggressiver Humanneophyt, der solche schrecklichen Ideen umsetzt? Wie schön wären da einige Hundert verwildernde Sommerflieder und Nachtkerzen gewesen? Und gerne auch in verschiedenen Farben!!!

Eigentlich haben Sie, die vielen Gartenfreunde auf Lubera, zu diesem Gerede immer schon die richtige Antwort gegeben. Schauen Sie sich nur die vielen schönen Bilder von Sommerfliedern in unserer Gartengalerie (hier und hier und hier und hier...) an!

Ach ja, und hier gehts zu den Sommerfliedern in unserem Shop....

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Kommentare

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Sabrina Schmidt schrieb am 15.06.2009
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Hallo Herr Kobelt,
Ihre Gartenvideos sind echt die verständlichste Informationsquelle, die ich kenne. Wenn man sie sich immer wieder anschaut begreift wirklich jeder wie und weshalb man was im Garten tut. Ich verweise viele meiner Kunden auf auf Ihre Seite.
Auch ich sehe mir gern die Videos an und lerne. Ihre einfache Art zu erklären und die fachliche Kompetens die sie mitsich bringt, machen diese Videos so symphatisch.
Nur weiter so!
Und ach ja, es lebe der Sommerflieder!!!
liebe Grüße aus Berlin.
Markus Kobelt schrieb am 15.06.2009
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Herzlichen Dank für die Komplimente.
Ich werde mir Mühe geben, die Videoarbeit weiterzuführen! Es macht ja auch Spass, wenn man spürt und hört, dass etwas gut ankommt

Markus Kobelt
Hannelore Kierse schrieb am 19.06.2009
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Danke für Ihre Anmerkungen zum Sommerflieder! Ich habe einen 'gezähmten,wilden Garten' und freue mich über jede Planze, die von alleine Kommt und Schmetterlinge versorgt.
Im Übrigen sind Ihre Videos einsame Spitze!!!
Grüße aus NRW
Eichenberger Walter schrieb am 04.03.2011
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Lieber Herr Kobelt
Ganz herzlichen Dank für Ihre Hinweise zum Sommerflieder, welchen ich schon seit Jahrzehnten in meinem Garten geniesse und damit mit viel Freude weiter geniessen kann, ebenso wie die wunderschönen, herrlichen Nachtkerzen, die bei mir ebenfalls von selbst gewachsen sind, und die von anderen aber als Unkraut abgetan werden.....
Herzliche Grüsse aus Brugg
Elisabeth Hindelang schrieb am 29.05.2011
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Danke für das denkanstoßgebende Video. Strenggenommen sind alle Pflanzen Unkräuter und würden heute nicht mehr zu finden sein, wenn sie nicht in irgendeiner Art und Weise auch Neophyten wären. Nur Menschen versuchen über das gesunde Maß hinaus, Kategorien zu bilden und die 'Unordnung' zu beseitigen. Ich selbst (und unsere Alpenkühe) freuen sich im Frühjahr über die Löwenzahnblüte (auch in meinem Garten) und genieße unsere gesunde Maibutter.
Peter Petersen schrieb am 09.07.2012
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Hallo Herr Kobelt,

ich möchte Ihnen zunächst recht geben. Neophyten sind in allen Gärten dieser Welt vertreten und eine Zierde. Doch unterscheidet man zwischen Neopythen welche in Mitteleuropa überleben können und denen welche Pflanzengesellschaften vernichten.

Deswegen sollten Sie unterscheiden zwischen invasiven Neophyten und Neophyten, welche nicht invasiv sind.

Auswirkungen von invasiven Neophyten kann man allenthalben sehen. Verdrängung von einheimischen Pflanzen durch invasive Neophyten mögen vielleicht nur ein Merkmal der Globalisierung sein. Aber gefördert? Durch Uneinsicht?

Ich würde mir wünschen, das gerade Menschen wie Sie, sich mehr Gedanken darum machen würden, welche Einsichten Sie vertreten, und sich mehr Gedanken um die Folgen Ihrer 'lapidaren' Worte machen würden.

Denn immerhin sollte jede Pflanze, welche eingeführt wird, und zum Beispiel als Gemüse oder ähnliches 'vermarktet' wird, erst ein mal als invasive Pflanze gewertet werden.

In der Vergangenheit gab es mehr als genug Beispiele, wie ganze Ökosysteme durch invasive Pflanzen oder auch Tiere, zerstört wurden.

Deswegen bitte ich Sie und gerade Ihr Umfeld mehr darauf zu Achten, was sie wirklich meinen zu Vollbringen. Denn Unverhofft kommt oft!

Liebe Grüße
Peter Petersen
Nick Domini schrieb am 01.09.2012
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Gedanken zum Sommerflieder:
Problematisch finde ich, dass der Sommerflieder sich gerade an solchen Stellen verbreitet, die durch die dichte Besiedlung selten geworden sind (Auen, Trockenstandorte, etc.).

Mit grossem Aufwand wird versucht solche Standorte zu schützen und wieder herzustellen um Pflanzen und Tiere welche darauf angewiesen sind und folglich selten geworden sind zu fördern.

Biodiversität ist nicht nur schön (Sommerflieder ist auch schön) sondern hat durchaus weitreichenden ökologischen und somit auch (nicht immer sofort und direkt) ökonomischen Nutzen.

Der Sommerflieder hat gerade an solch selten gewordenen, ökologisch wertvollen Standorten Vorteile (Wachstumsgeschwindigkeit, beschattete Fläche, Anzahl Sahmen...). Dies kann dazu führen, dass er sich stark verbreitet und andere Pflanzen zurückdrängt. Gleichzeitig verschwinden auch diejenigen Tiere, die auf die 'alteingesessenen' Pflanzen angewiesen sind. Diese wiederum fehlen nun ev. um weitre Pflanzen zu bestäuben oder um anderen Tieren als Nahrung zu dienen oder um andere Tiere zu jagen. Etc. Etc.

Sommerflider ist, wie gesagt, schön. Im Garten. Und dort sollte er möglichst bleiben (verblühte Blütenstände abschneiden und entsorgen). Denn Gärten sind nicht Natur. Und 'die Natur' ist ja bei uns auch ein Garten auf öffentlichem Grund :-)

Es lebe die Vielfalt!

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